starchaser.de | 29.12.2013 Der letzte Abend im Jahr 2013
30. Dezember 2013

29.12.2013 Der letzte Abend im Jahr 2013

Was sollen wir nun zu den letzten Abend im Jahre sagen? Kurz gesagt, war es eine der besten Nächte des Jahres und wir hatten sehr viel Spaß.
Aber fangen wir erstmal von vorne an. Wir hatten uns im Laufe der vergangenen Woche mit einem neuen Beobachtungsplatz beschäftigt. Zwar war unser bisheriger Platz in der Nähe von Oberbrechen schon nicht schlecht, jedoch störte uns ein wenig die Lichtverschmutzung über Limburg.  Marcel beschäftigte sich mit Kartenmaterialien und Google Maps und machte so neue potentielle Plätze ausfindig. Wir machten uns dann auf dem Weg um uns die per GoogleEarth ausgesuchten Plätze mal persönlich anzuschauen. Leider fielen schon ein paar Standorte weg da die Sicht zum Horizont durch Hügel oder Bäume sehr eingeschränkt wurde.
Da fiel Marcel plötzlich ein, dass wenn er manchmal von der Uni im Dunkeln nach Hause fährt, in der Nähe von Runkel einen sehr dunklen und abgelegenen Ort sieht. Wir fuhren zwar nicht mehr an dem besagten Abend zu dem Platz um ihn uns anzusehen, merkten ihn uns aber um bei der nächsten Beobachtungsmöglichkeit mal dahin zu fahren.
Ein paar Tage später, also am 29.12. meldete Calsky für den kommenden Abend einen klaren Himmel und wir beschlossen dieses Jahr die Gelegenheit nochmal  zu nutzen um unter anderem den neuen Standort zu testen. Ein weiterer Grund warum wir unbedingt nochmal rausfahren wollten ist der, dass Marcel zu Weihnachten eine Canon EOS 600D inkl. Zoomkit geschenkt bekommen hat, welche natürlich umgehend getestet werden musste.
So packten wir das Equipment und Marcels 13jährigen Bruder Julian ein und machten uns auf den Weg.  Am Platz angekommen stiegen wir aus dem Auto, was wir abseits der Landstraße halb auf einem Feldweg parkten. Wir begutachteten die Lage und waren überzeugt davon, dass wir hierbleiben wollten. Nun wollten wir noch schnell das Auto umparken um alles bequem aufbauen zu können, doch dann begann das Malheur. Das Auto steckte fest und sämtliche Versuche es aus dem Matsch rückwärts raus zu bekommen scheiterten. Uns blieb nur ein Ausweg aus der Lage rauszukommen. Da wir nicht zurückfahren konnten und der Feldweg mit leichtem Gefälle ins dunkle weiter verlief blieb uns nichts anderes übrig als zu versuchen auf dem Weg zu bleiben und zu hoffen, dass da noch eine asphaltierte Straße kommt. Um auf Nummer sicher zu gehen  machten wir uns auf den Weg und liefen den Feldweg zuerst ab. Ein Glück traf dies auch zu und wir manövrierten gemeinsam  Marcels Auto langsam den Feldweg hinunter bis auf die Straße. Wir entschieden uns dann doch gegen den Platz hatten aber ein weiteres Mal Glück, denn ein paar Hundert Meter weiter war ein weiterer sehr gut geeigneter Platz zum Beobachten. Wir parkten also hier das Auto und bauten alles mit ein wenig Restadrenalin im Blut auf.  Schon beim Aufbauen waren wir überrascht wie klar der Himmel heute ist, so stieg die Vorfreude immer mehr auf die Objekte die wir an dem Abend noch beobachten können. Als endlich alles aufgebaut war begannen wir mit der visuellen Beobachtung. Auch Julian machte es Spaß Objekte wie den Jupiter oder die Andromedagalaxie mal aus der „Nähe“ zu sehen. Ein wenig später schraubten wir die neue Canon EOS 600D an unseren Adapter und schossen Bilder vom sehr gut zu sehenden Jupiter. Wir waren überrascht wie scharf er heute auf den Bildern und vor allem auch mit dem Auge durch das Okular zu sehen war. An diesem Abend beschlug auch wieder ständig unsere Rotpunkt-Sucher, für den wir bisher noch kein schützendes Mittel gefunden haben, außer putzen und neu einstellen. Der erwünschte Effekt ist allerdings nur von geringer Dauer.

Nachdem wir dann erst einmal genug vom Jupiter gesehen haben entschlossen wir uns nochmal visuelle Beobachtungen zu tätigen, denn selten waren die Objekte so scharf zu sehen wie heute Nacht. Und auf einmal fielen die Wörter Orionnebel und Teleobjektiv. Die Idee war gar nicht mal so schlecht, denn so konnten wir testen wie gut man Aufnahmen mit dem Teleobjektiv machen kann und  wie groß das Objekt auf Bildern zu sehen ist. Also bauten wir die Kamera auf das Piggyback der Kamera, fuhren mit dem Teleskop den Orionnebel an und hielten einfach mal mit einer Belichtungszeit von 10 Sek. auf die Region wo der Orionnebel sich befinden sollte drauf. Zuerst waren wir ein wenig enttäuscht denn auf den ersten Blick war auf dem Bild nichts  zu sehen außer ein paar Sternen, doch  bei genauerem Hinsehen haben wir den Nebel auf dem Kamerabildschirm entdeckt und freuten uns riesig!

Wir änderten nochmal die Brennweite des Objektivs und schossen noch ein Bild, welches auch für unsere Verhältnisse verdammt gut geworden ist.

Die Qualität der Bilder wurde leider nach und nach schlechter was damit zusammenhing, dass der Tau der sich auf dem Objektiv befand eingefroren ist. Das beeinträchtigte natürlich die Qualität erheblich. Also machten wir eine kurze Pause und legten die Kamera samt Objektiv unter unseren Schirm damit es ein wenig besser wird. Nach der kurzen Pause ließen wir es uns natürlich nicht nehmen die Andromedagalaxie noch einmal mit dem Objektiv abzulichten. Das Ergebnis war mehr als zufriedenstellend und auch hier  war die Freude bei uns riesig.

Aufgrund dessen dass uns aber ständig die Linse usw. ständig zugefroren ist beschlossen wir dann  vor allem auch dem Material zuliebe einzupacken und uns die Bildergebnisse zu Hause mit warmen Tee in Ruhe anzuschauen. Leider verpassten wir somit aber auch den Aufgang vom Mars der eine knappe halbe Stunde später aufgehen sollte.

Zwischendurch machten Jäger und Förster mit Gewehrschüssen auf sich aufmerksam, was bei uns etwas Nervosität weckte ob unser Beobachtungsplatz gut genug beleuchtet war und wir nicht nach Wild aussahen.

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