starchaser.de | 27.09.2013 Die ersten Versuche Deep-Sky-Objekte fotografisch festzuhalten
27. September 2013

27.09.2013 Die ersten Versuche Deep-Sky-Objekte fotografisch festzuhalten

27.09.2013 Die ersten Versuche Deep-Sky-Objekte fotografisch festzuhalten

 

Heute fuhren wir mit sehr viel Vorfreude raus, da das Wetter laut einigen Wetterdiensten und unserer relativ zuverlässigen Quelle Calsky.com sehr gut werden sollte. Und es stellte sich heraus, dass sie die Wahrheit prognostiziert hatten.

Zum Beobachten nutzten wir die gleiche Stelle an dem asphaltierten Feldweg, wie bei der letzten Beobachtungsnacht. Als wir gegen 20 Uhr mit dem Aufbauen begannen, befanden sich sehr dünne Schleierwolken am Himmel, die jedoch nach dem Aufbau des Teleskopes sehr schnell verschwanden. Uns zeigte sich der Himmel von seiner schönsten Seite. Alles war klar zu sehen, die Spur der Milchstraße war sehr gut zu erkennen und es war dazu noch sehr warm. Weil sich die Venus nur noch knapp über dem Horizont befand, richteten wir als aller erstes unser Teleskop ohne es vorher großartig einzustellen auf den hellen Planeten. Leider blieb uns auch an diesem Abend wieder einmal viel zu wenig Zeit bis die Venus wieder am Horizont verschwand.

Nachdem wir es endlich geschafft hatten ohne viele Probleme ein Alignmentverfahren durchzuführen, ging hinter uns fast zeitgleich der Mond auf. Er leuchtete in einem sehr schönen Orange am Abendhimmel. Sofort schraubten wir die Sony-Kamera vom Piggyback runter und begannen mit der Fokalfotografie. 

Das Ergebnis waren einige unscharfe aber unseren Erfahrungen entsprechende Bilder.

Heute konnten wir auch zum ersten Mal die GoTo-Funktion des Celestron Teleskops richtig nutzen und stellten als aller erstes Ziel die Andromeda-Galaxie ein. Leider war das Ergebnis ernüchternd, ein Blick ins Okular zeigte endlose Leere. Die allgemeine Position in die das Teleskop zeigte und auch die Position des Suchers  sprachen zumindestens dafür, dass die Richtung stimmen musste.

Das Wiederholen des Vorgangs führte leider auch nicht zum gewünschten Erfolg, also versuchten wir es mit einer anderen Methode, dem „Präzisen Goto“.

Dazu mussten wir einen von mehreren vorgegeben Sternen anfahren. Unsere Wahl viel auf den uns mittlerweile gut vertrauten Stern Mirach, welcher sich von unserer Position und Blickwinkel aus unterhalb der Spiralgalaxie befand.

Als wir alles eingestellt hatten und den Knopf zum Anfahren von M31 drückten, schaute Maurice währenddessen in das Okular. Kurz bevor das Teleskop an einer leeren Stelle am Himmel seine endgültige Position einnahm lugte für einen kurzen Moment ein Teil der Andromeda Galaxie am Rand des Okulars vorbei. Also mussten wir das Teleskop nur ein kleines Stück nachjustieren um die Galaxie zu sehen. Wir schossen etliche schwarze Bilder von ihr und waren doch sehr enttäuscht darüber, nichts  auf dem Bildschirm zu sehen. Wir probierten immer wieder neue Belichtungszeiten, und ISO-Werte aus, fragten uns zwischenzeitlich ob wir denn überhaupt noch auf der richtigen Position sind, aber dann auf einmal war auf einem Bild ein dunkelgrauer Klecks zu sehen. Das musste sie sein! Leider stieß die Kamera dort an ihre Grenzen, somit bekamen wir einfach keine besseren Ergebnisse an dem Abend mehr hin.

Und dann plötzlich machten wir eine weitere Entdeckung. Erst waren wir etwas verwundert welcher helle „Stern“ den Mond verfolgt. So schauten wir direkt auf unserer Himmelskarte bzw. einer App auf dem Tablet nach, was das für ein Stern sein könnte. Wir überprüften mehrmals ob es das wirklich sein kann und ja er war es! Es war kein Stern, es war der Jupiter der dem Mond im Nacken hing. Wir wussten zwar dass er am Abend noch zu sehen sein sollte, aber dass er so früh schon zu sehen sein wird hätten wir nicht gedacht. Also wurde der Mond und Andromeda vorerst zur Nebensache und wir fuhren mit dem Teleskop sofort den Jupiter an. Da die Kamera noch montiert war, schossen wir direkt auch ein paar Bilder von ihm. Gut die Bilder sind nicht sehr gut geworden, bedenkt man aber die Zeit die wir uns dafür genommen haben, die Kenntnisse der Astrofotografie war es für uns doch schon ein Erfolg den Jupiter überhaupt in die Linse zu bekommen. Dementsprechend war die Freude riesig für uns.

Gegen 4 Uhr in der Früh packten wir dann unsere Ausrüstung wieder in Marcels Passat und fuhren nach Hause. Was wir auf jeden Fall mitnehmen konnten von dieser Nacht war, dass wir unbedingt eine bessere Kamera benötigen und die GoTo-Steuerung des Teleskop schien uns recht unpräzise.

Hinterlass ein Kommentar

*