starchaser.de | 01.10.2013 Der erste Einsatz der Polhöhenwiege
1. Oktober 2013

01.10.2013 Der erste Einsatz der Polhöhenwiege

1.10.2013 Der erste Einsatz der Polhöhenwiege

Auch heute erwartete uns wieder ein schön dunkler Himmel mit wenigen Wolken.

Als Beobachtungsplatz musste heute ein kleiner Feldweg herhalten, welcher zwischen zwei Feldern und ganz in der Nähe vom alten Beobachtungsplatz lag. Bei diesem haben uns die zwar sehr seltenen aber durchaus einmal vorbeifahrenden Autos gestört.

Auf unserem Plan stand heute, die Polhöhenwiege einmal auszuprobieren. Denn dabei handelt es sich meistens um eine sehr aufwändige Arbeit. Wichtig ist, diese richtig einzustellen und anschließend auch das Alignmentverfahren korrekt durchzuführen, damit sie auch exakt auf unseren Breitengrad abgestimmt ist und wir keine Probleme mit der Nachführung haben werden. Das Einschreinern wollten wir an diesem Abend noch nicht durchführen, weil wir erst die Polhöhenwiege mal ausprobieren wollten und uns außerdem noch ein Fadenkreuzokular fehlt, denn erst damit kann man diese Methode ja richtig anwenden. Aus diesem Grund beschäftigten wir uns an dem Abend weitestgehend nur mit der Justierung der Polhöhenwiege. Als wir alles so eingestellt hatten wie wir es für richtig hielten, fuhren wir mit dem Teleskop den Stern Vega an, welcher der hellste Stern an dem Abend am Himmel war, und ließen die Steuerung ihn mehrere Minuten lang verfolgen. Augenscheinlich sah alles gut aus, doch als wir voller Elan die Kamera mal wieder an das Teleskop steckten und unsere heiß begehrte Andromeda Galaxie anfuhren wurden wir doch enttäuscht. Wie man auf dem Bild gut erkennen kann, folgte die Steuerung nicht 100%ig der Galaxie und somit wurde sie ein wenig in die Breite gezogen. Leider bekamen wir es auch nicht besser hin. Wir platzierten daraufhin das Teleskop neu und benutzten es ohne die eingebaute Polhöhenwiege, zur reinen visuellen Beobachtung. Zwischendurch schossen wir noch einige Bilder mit der Sony-Kamera die wir mittlerweile auf dem Piggyback untergebracht hatten und beließen es auch dabei.

Da wir in der Vergangenheit zwar auch schon einige Versuche begonnen hatten um weitere Deepskyobjekte, neben der Andromeda-Galaxie, zu finden setzten wir in dieser Nacht unsere Suche fort. Dazu diente uns die GoTo-Steuerung des Celestron Teleskop und unsere digitalen Sternkarten. Das spannende dabei war, dass wir nicht wussten wie groß diese Objekte im Verhältnis zur recht großen Andromedagalaxie sind und wie hell sie leuchten. Zurück betrachtet würde ich die Sichtverhältnisse an diesem Tag für relativ gut bewerten. So gelang es uns nach einigen Minuten Suchen den Ringnebel und den Hantelnebel im Okular zu sehen. Das freute uns sehr und lies uns den Himmel noch nach weiteren Objekten am Nachthimmel absuchen. Das wohl schwierigste zu entdeckende und wohl dunkelste Objekt war wohl die Dreiecksgalaxie. Am beeindrucktesten war der offene Sternenhaufen H und Chi, welcher uns mit seiner Größe und Anzahl an Sternen den Atem raubte. Wirklich erstaunlich dieser Himmel und gegen 1 Uhr fuhren wir mit gepackten Sachen im Auto und vielen neuen Eindrücken im Kopf wieder nachhause.

Zum Schluss bleibt noch zu sagen, dass nicht immer eine Gebrauchsanweisung Recht haben muss bzw. dass wohl auch nicht immer alles drin steht.

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