starchaser.de | 06.09.2013 Unsere ersten Beobachtungen
7. September 2013

06.09.2013 Unsere ersten Beobachtungen

06.09.2013 Unsere ersten Beobachtungen,

 

Nachdem wir bereits ohne ein richtiges Teleskop mehrere warme Sommernächte unter klaren Sternenhimmeln verbrachten, war es endlich soweit. Der Blick ins All war zum Greifen nahe.

Was uns genau erwarten wird und wie das Ganze da oben aussehen wird, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Das bis dahin fast ungenutzte Celestron Nexstar 5 SE Teleskop, war schnell und ohne Probleme aufgebaut und die Sonne befand sich zu diesem Zeitpunkt noch über dem Horizont.

Es war wie so oft in diesem Sommer eine warme Nacht mit Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad. Unser Beobachtungsort befand sich an einem Feldweg zwischen Oberbrechen und Werschau, auf einer kleinen Anhöhe. Ein kleiner Hügel beschränkte unsere Sicht auf den Horizont etwas und auch das Wetter sah zu Beginn nicht viel versprechend aus. Die Zeit bis zum Sonnenuntergang und den noch relativ bewölkten Himmel nutzten wir um uns mit unserer Ausrüstung vertraut zu machen. Dazu schauten wir von unserer Anhöhe mit dem Teleskop in die Straßen der umliegenden Dörfer und konnten bei einem kilometerweit entfernten Feldweg sogar eine Gruppe Kinder- und Jugendliche bei einer Fackelwanderung ausfindig machen, was mit bloßem Auge von unserer Position wie viele kleine leuchtende Punkte aussah.

Nach dem die Dämmerung begann konnten wir im Abendrot das erste hellleuchtende Objekt ausfindig machen. Schnell richteten wir unser Teleskop darauf und versuchten das leuchtende Etwas ins Okular zu bekommen. Was wir sahen erfreute uns sehr!

Durch das Celestron 5 SE sah man eine rote Kugel und uns war klar, das kann sich nur um die Venus handeln. Leider blieb uns nicht sehr viel Zeit um unseren ersten Planeten zu bewundern. Eine dunkle Wolkenschicht schob sich nur wenige Minuten nach unserer Entdeckung dazwischen und verwehrte uns die Sicht.

Da bereits die Dämmerung einsetzte wurde es schnell dunkel und der Himmel klarte überraschenderweise sehr auf, nur noch am Horizont waren vereinzelte Wolken ausfindig zu machen.

Der Nachthimmel zeigte sich dann von seiner schönsten Seite. Die Spur der Milchstraße war gut zu erkennen und neben einigen Satelliten streiften auch einige Sternschnuppen über den Himmel. (Laut Aussage von Maurice der ungefähr 20 Stück sah, Marcel bekam allerdings nur 5 dieser kurzen Ereignisse zu sehen.)

Es war endlich dunkel und wir konnten beginnen das Teleskop via SkyAlign einzustellen. Das war leichter gesagt als getan, um es kurz zu sagen es hat in dieser Nacht noch nicht funktioniert. Heute würde ich sagen lag es zu einem großen Teil daran, dass wir uns mit dem Teleskop und wie genau man damit umgehen muss noch nicht auskannten. Die benötigten Sterne mittig im Okular zu platzieren und die Position richtig einzuschätzen, stellte sich ohne Übung schwierig da. Und auch das GPS-Modul wurde nicht richtig und auf Anhieb erkannt, was uns zusätzlich verunsicherte. Nach mehreren gescheiterten Versuchen und dem Lesen des Handbuches beschlossen wir auch ohne richtiges SkyAlign das Beste aus diesem Abend herauszuholen. Zunächst betrachteten wir die mit dem Auge bereits gut zu sehenden Plejaden und diverse Doppelsterne am Himmel.

So sollte die Astrofotografie in dieser schönen Nacht nicht zu kurz kommen und Marcel packte seine Sony Alpha 230 Spiegelreflexkamera aus und setztesie auf den Piggyback des Teleskops. Gemeinsam experimentierten wir ein wenig an den ISO Werten, der Belichtungszeit, Blende und div. Einstellungsmöglichkeiten der Kamera. Uns war zu diesem Zeitpunkt bereits bewusst, dass es sich bei weitem nicht um das am besten für Astrofotografie geeignete Kameramodell handelte. Ein bereits zur Fokalfotografie verwendbarer Adapter und einen passenden T2-Ring besaßen wir zwar schon, aber wir erzielten auf Grund mangelnder Erfahrung nur sehr schlechte Ergebnisse.

Wir beschränkten uns somit auf den Piggyback und ein Stativ und machten natürlich ausbaufähige Bilder vom Nachthimmel. Denn nur so lernt man etwas, durch das Probieren und Testen!

Die Stunden vergingen sehr schnell und schon bald war es mitten in der Nacht. Der Ehrgeiz packte uns und wir wollten noch eine von diesen unglaublichen Galaxien sehen. Wir beschlossen nicht eher nach Hause zu fahren, bis wir die Andromeda-Galaxie gefunden haben. Nach einiger Recherche und der Orientierung am Sternenhimmel wussten wir ungefähr wo wir suchen mussten. Und so kam es, dass zu diesen späten Stunden der Name des Sterns „Mirach“ noch einige Male fiel. Nebenbei unterhielten wir uns auch über die richtige Aussprache des Sternennamens.
„Zwei nach oben und dann nach rechts…“, so ungefähr lautete unser Plan zum Finden der Galaxie. Wir wechselten uns damit ab und versuchten durch wiederholen und leichte Veränderungen irgendwas im Okular sehen zu können.
Da war es auf einmal, ein grauer „Klecks“ machte sich im Okular breit, das konnte nur die Galaxie sein und somit machte sich plötzlich ein riesen großes Grinsen machte sich in Marcel´s Gesicht breit und ging über in ein lautes glückliches Lachen. Maurice eilte schnell zum Okular um sich selbst von dem was da zu sehen war zu überzeugen.

Tatsächlich! Wir hatten es geschafft! Die hellleuchtende Spiralgalaxie war zu sehen.

Ein wirklich wunderschöner Anblick, der uns an diesem Abend noch einige Zeit beschäftigte und uns später mit einem Gefühl aus Stolz und Glück einpacken lies um nach Hause zufahren. Die Uhr zeigte mittlerweile 2 Uhr Nachts an und Maurice musste am nächsten Tag bereits in Richtung Niederlande verschwinden.

 

Fazit: Schön war´s! Und Butterkekse eignen sich perfekt als Beobachtungssnack!

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